In 7 Schritten vom Couchmuffel zum Outdoorjunkie
Wie findet man eigentlich den perfekten Einstieg in einen Blog? Vielleicht verzettel ich mich da etwas, aber ich glaube bei allem was man neu beginnt zu entdecken, jede erste Wanderroute die man nimmt, jeder erste Lauf oder auch die erste Tour mit dem Bike wird nicht perfekt, sie wird spannend, sie wird mich näher an das Thema heranführen, sie wird mich vielleicht zu mehr inspirieren, aber sie wird definitiv nicht perfekt, aber was ist schon perfekt. Also überlegte und überlegte ich, was wird mein welcome post, aber was eignete sich besser als ein unperfekter Einstieg in das Thema: „Wie wird man eigentlich vom Couchmuffel zum Outdoorjunkie?“, denn dahin möchte ich euch ja mitnehmen, nach draussen.
Okay, vielleicht du wirst mit diesem Beitrag nicht gleich zum Junkie und wirst jeden Tag nach der Arbeit rausrennen, genau so wenig reichen manchmal 7 Schritte um seine Gewohnheiten zu ändern, aber vielleicht sind sie ein kleiner Schritt in Richtung zum mehr draussen sein , anstatt sein Leben drin abzusitzen. Falls du jetzt eine Aufzählung an Profigadgets erwartest muss ich dich enttäuschen , denn die brauchst du nicht um dich draussen zu bewegen.
Warum soll ich denn rausgehen, wenn ich nach einem 8h Tag auch einfach mit der Couch verschmelzen kann?
Weil an der frischen Luft zu sein einfach soooooo viele Vorteile für dich mitbringt, ein Thema was wahrscheinlich jeder weiss ,aber auch gern mal getrost ignoriert, es kommt deiner Gesundheit zu Gute, egal ob körperlich oder auch psychisch, aber bevor ich zu weit abschweife, lass uns doch einfach gemeinsam auf die einzelnen Schritte und ihr Vorteile schauen. 😉
Hier kommen meine 7 greifbaren Schritte für dich, und nicht nur dieses „Geh halt raus“ - Gerede
1. Such nicht nach Motivationsauslösern, lös Bewegung aus
Paradox? Ist es nicht, häufig “suchen“ wir nach Gründen und Zielen die uns zum Bewegen bewegen, und stressen uns damit. Stattdessen einfach Schuhe an und fünf Minuten vor die Tür, ohne Ziel, ohne Sportgedanke -> Aktion kommt vor Motivation, nicht umgekehrt. Unser Gehirn hasst nämlich große Einstigeshürden, stattdessen Lauf, Fahr oder spazier einfach mal los, schon minimale Bewegung senkt die Aktivität unseres Stresszentrums und lässt das “mehr“ von ganz allein zu.
2. Freunde dich mit Gedanken an, dass du deinem Kopf einen Gefallen tust
Natürliche Umgebung senkt deinen Cortisolspiegel, egal ob du dich 20 Minuten im Wald, am Wasser oder in den Bergen befindest, dein Cortisol wird schneller sinken ,als wenn du dich Zuhause auf der Couch mit sozialen Medien, Trash-TV oder Spielen zuspamst.
Was dir das bringt? Cortisol ist ein körpereigenes Hormon welches uns eigentlich kurzfristig wach hält, bei ständig hohem Spiegel führt es allerdings genau zum Gegenteil, wir fühlen uns ständig müde und schlapp. Bewegst du dich in der Natur reguliert dies messbar diesen Zustand.
3. Bewegung ist keine Leistung, entkoppel sie vom Leistungsgedanke
Willkommen im 21. Jhr., heutzutage haben wir alle Zugriff auf Apps auf denen wir uns regelmäßig mit anderen vergleichen können, der eine geht jeden Tag raus, der andere läuft bereits seine 21km während du immer noch bei deinen 5km festhängst, der nächste fährt selbst im Schneesturm mit dem Fahrrad. Vergleiche können uns motivieren, aber auch hemmen, wenn ich mir sage das schaffe ich eh nicht, dann lasse ich es lieber gleich sein. Hör auf dich zu vergleichen und geh raus, ohne Tracking, ohne Pace, ohne Ziel.
Warum das mehr wirkt als der ständige Blick auf deine Smartwatch?
Leistungsdruck aktiviert dein Stresssystem, du bist im Muss-Modus, aber du musst nicht ,du willst. Wenn Bewegung wieder reizfrei wird, schaltet dein Gehirn von Müssen auf Wollen, so entstehen langfristige Gewohnheiten.
Zuletzt zählt eben nur: Was nicht ständig bewertet wird, hat Raum zum wachsen.
4. Wiederholung schlägt Willenskraft
Lege dir feste Outdoor-Zeiten fest – Mo/Mi/Fr 17 Uhr, egal wie lang oder kurz. Unser Gehirn liebt Vorhersagbarkeit, je öfter wir etwas immer wieder zu selben Zeit wiederholen umso weniger Disziplin müssen wir für etwas aufbringen, desto weniger Energie kostet uns letztendlich die Entscheidung.
Ausserdem minimiert Vorbereitung die Hürden, lege dir z.B. deine Sportklamotten oder deine Wanderschuhe zurecht, dass nimmt dir das Gefühl von: „Jetzt muss ich aber noch.“
5.Schlechtes Wetter bewusst zulassen
Wohl einer der häufigsten Gründe sich Zuhause festzusetzen den ich immer wieder höre ist: „Es regnet, es schneit, viel zu kalt.“
Egal ob Kälte, Wind oder Regen, das nächste Male bleib einfach mal 5 Minuten länger draussen, auch wenn es ungemütlich wird.
Kleine Anekdote: Ich befand mich mit meinem Partner auf einem Fahrradausflug, wir waren gerade mal 2km gefahren als es wie aus Eimern goss, wir hätten abbrechen können und uns ärgern, haben allerdings das Wetter angenommen wie es war und uns gesagt: Ist nur Wasser , wir werden auch wieder trocken, also weiter ging es und wir hatten einen grossartigen Ausflug.
Schlechtes Wetter stärkt unsere Stressresilienz, und von mal zu mal wird es dich weniger stören. Ausserdem aktivieren Wind und Kälte unser Nervensystem auf eine gesunde Art und Weise – ähnlich wie Kältetraining, Eisbaden oder auch Atemübungen.
Also es gibt kein schlechtes Wetter, nur… , naja den Rest des Satzes kennt ihr selber. ;D
6. Mach Bewegung zu einer Emotion
Hört sich kitschig an, ist aber reine Biochemie. Wir speichern Verhalten über emotionale Belohnung, nicht über Logik, wie bereits erwähnt: wir alle wissen theoretisch ,dass Bewegung uns gut tut, aber allein das Wissen reicht manchmal nicht.
Halte nach jeder Outdoor-Einheit kurz inne und frage dich: „Wie fühle ich mich JETZT, im Vergleich zu vorher?“ Bewusst wahrgenommene Erleichterung erhöht die Wiederholungswahrscheinlichkeit.
Quasi was sich gut anfühlt kommt zurück.
7. Setz dir keine Ziele, verschiebe deine Identität
Wow, klingt wie in einem Sciencefiction- Roman, aber ist eigentlich halb so wild.
Zu häufig sagen wir uns nur was wir Wollen, aber nicht was wir bereits sind, wenn ich immer nur das Ziel im Auge habe verpasse ich was ich auf dem Weg werde.
Anstatt also zu sagen „Ich will jemand sein ,der mehr draussen ist.“ sag dir: „Ich bin jemand, der regelmäßig draußen ist“, du wirst also kein Outdoorjunkie, weil du viel draußen bist. Du bist viel draußen, weil du einer bist. Identitätsbasierte Verhaltensänderung ist für uns einfacher als zielbasierte, wenn wir unser Selbstbild optimieren , folgt das Verhalten automatisch.
Rausgehen beginnt also nicht damit sich grosse Ziele zu setzten, sündhaft teure Outdoorkleidung zu kaufen, die höchsten Berge zu besteigen oder die beste Pace zu haben, sondern mit ganz einfachen Schritten, die hauptsächlich im Kopf beginnen.
